Spielen, Toben, Tricks - Katzen richtig beschäftigen

Katzen brauchen, insbesondere, wenn sie nur in der Wohnung gehalten werden, eine große Menge an Abwechslung, damit sie sich so richtig wohlfühlen können. Für Katzenbesitzer ist es gar nicht immer so einfach, dem Stubentiger ein abwechslungsreiches Tagesprogramm zu bieten. Hier erfahren Sie, warum Katzen überhaupt so viel beschäftigt werden sollten. Außerdem finden Sie eine Zusammenfassung von Tipps und Ideen, die das Wohnungsleben Ihrer Katze in ein echtes Erlebnis verwandeln können.

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Ein junges Kätzchen spielt mit einem Federspielzeug
© Katrin Baidimirova/www.shutterstock.com

Nicht ohne Grund werden Katzen auch Stubentiger genannt. In ihren Genen steckt noch immer ein erheblicher Teil von Wildkatzen. Beschäftigungen wie zum Beispiel Jagen oder Verstecken gehören bei den Vorfahren zum Alltag. Es ist wichtig, um Geist und Körper fit zu halten. Das hat sich im Laufe der Evolution auch bei unseren niedlichen Hauskatzen kaum geändert.

Warum brauchen Katzen überhaupt Beschäftigung?

Katzen haben von Natur aus eine große Freiheitsliebe und den Drang, sich zu bewegen. Sie sind immer auf der Jagd, dabei sind verschlossene Türen ihnen ein Graus. Auch erwachsene Katzen können sehr verspielt sein. Wenn man ihnen keine adäquate Beschäftigung bietet, suchen sie sich im Zweifel auch mal schnell selbst etwas zum Spielen - nicht unbedingt immer im Sinne ihrer Besitzer. Bewegung und Spiel dient der Katze jedoch nicht nur zur mentalen Anregung. Insbesondere bei Wohnungskatzen ist ausreichend Bewegung essenziell für ihre Gesunderhaltung, um Krankheiten wie Adipositas, Diabetes mellitus und Gelenkbeschwerden vorzubeugen. Mit der passenden Beschäftigung bleibt Ihre Katze lange fit, munter und glücklich, ohne dass dabei Ihre Möbel und Ihre Wohnung in Mitleidenschaft gezogen würden.

Wie häufig und wie lange sollte man denn mit einer Wohnungskatze spielen?

Wohnungskatzen brauchen, ähnlich wie auch Menschen, eine unterschiedliche Zeitspanne an Aufmerksamkeit. Ruhigere Gesellen begnügen sich mit wenigen Minuten am Tag, andere wollen mehrmals am Tag so richtig gefordert werden. Oftmals ist dies auch sehr abhängig von der Rasse der Katze. So benötigen Siamkatzen und Bengalen zum Beispiel in der Regel mehr Bewegung als eine Ragdoll. Sie können also schon vor Anschaffung einer Katze überlegen, welche Rasse gut zu Ihnen passen könnte und wie viel Zeit Sie gerne in die tägliche Beschäftigung Ihrer Katze investieren möchten. Wie viel Beschäftigung Ihre Katze tatsächlich benötigt, werden Sie durch ihre genaue Beobachtung feststellen.

Welche Beschäftigungsspiele eignen sich für Katzen?

Es gibt für Katzen eine riesige Bandbreite an Spielmöglichkeiten. Der Kreativität sind dabei keine Grenzen gesetzt. Meistens müssen die Spiele gar nicht viel kosten, um Stubentigern ein tierisches Vergnügen zu bereiten. Mit ein bisschen Fantasie und einfachem Equipment aus dem Haushalt findet sich für jede Katze ein geeigneter Zeitvertreib. Die Spielarten sind dabei sehr variabel. Häufig begeistert sich jede Katze individuell für ein ganz bestimmtes Spiel.

Das Jagdspiel

Ein Jagdtrieb ist der Katze von Natur aus gegeben. Auch wenn sie ihn als behütete Wohnungskatze nicht unbedingt einsetzen muss, wecken bestimmte Bewegungen und Anreize die Instinkte des Stubentigers und lassen ihn zu wagemutigen Höchstleistungen aufschaukeln - ganz zum Vergnügen aller Beteiligten. Jagdspiele sind sehr einfach umzusetzen und bringen zahlreiche Benefits für die Katze mit. Sie wird gleich in mehreren unterschiedlichen Bereichen gefordert und gefördert. Zugleich benutzt sie all ihre Sinne und kann lernen, ihrem Jagdinstinkt zu vertrauen. Durch das Hinterherjagen nutzt sie ganzheitlich ihren Körper und schärft zugleich auch ihre kognitiven Fähigkeiten.

Ein ganz besonders beliebtes Jagdinstrument der klassischen Wohnungskatze ist das Federspiel an einer kleinen Angel. Damit lassen sich allerlei Spielsituationen kreieren und die Katze kann ihren Trieben freien Lauf lassen. Besonders schön sind die Federspiele, die noch zusätzlich ein kleines Glöckchen an der Angel befestigt haben. So kann die Katze mit all ihren Sinnen auf die Jagd gehen.

Noch schöner für eine Katze wird es, wenn Sie sich selbst in die Beute hineinversetzen und das Spielzeug so bewegen, als wäre es tatsächlich ein lebendiges Opfer. Variieren Sie in der Bewegung des Spielzeugs zwischen schnell und langsam, verstecken Sie es in Ecken und Winkeln, schlagen Sie Haken - Ihrer Fantasie sind diesbezüglich keine Grenzen gesetzt. Sie können der Katze auch einige kleinere Sprünge abverlangen oder sie Möbel erklimmen lassen. Je besser Sie mit dem Spielzeug die Rolle des Opfers imitieren, desto interessanter wird das Spiel für die Katze. Wichtig ist auch, dass die Katze von Zeit zu Zeit Erfolgserlebnisse feiern kann. Wenn sie für längere Zeit einem Spielzeug hinterherjagt, aber es niemals fängt, wird sie schnell die Lust am Spiel verlieren und aufhören, mitzuspielen. Insgesamt zählen Jagdspiele auf jeden Fall zu den beliebtesten Spielformen des Stubentigers, die ihm eine tolle Abwechslung bieten können.

Versteckspiele

Als ausgesprochen schönes Spiel zur Beanspruchung der kognitiven Fähigkeiten einer Katze eignen sich Versteckspiele. Dabei genügt es oftmals schon, ein Spielzeug unter einer Decke verschwinden zu lassen und es dann immer ein wenig hin- und herzubewegen. Viele Katzen entwickeln bei diesem Spiel eine unglaubliche Energie, weil sie unbedingt herausfinden wollen, was sich unter der Decke verbirgt.

Auch Futter oder Katzenminze eignet sich hervorragend zum Versteckspiel. Hat die Katze einen ausgeprägten Geruchssinn und interessiert sich insbesondere für gute Leckerlis, wird dieses Spiel sehr lustig für alle Beteiligten werden. Sie übernehmen dabei hauptsächlich eine passive Rolle und treffen vor allem die Vorbereitung, um der Katze ein Spielvergnügen von ausgezeichneter Qualität zu ermöglichen. Danach nehmen Sie die Position des Beobachters ein, der der Katze dabei zusieht, welche Tricks sie sich einfallen lässt, um dem versteckten Objekt der Begierde näherzukommen.

Eine weitere Form des Versteckspiels ist eine, die auch viele Menschen fasziniert: Dabei versteckt man unter einem von drei Pappbechern vor den Augen der Katze ein Leckerli. Im Anschluss rutschen Sie die Becher mit der Hand hin- und her und tauschen so ihre Positionen aus. Nach ein paar Zügen überlassen Sie der Katze das Feld und schauen, ob sie das Leckerli wiederfindet. Sie werden staunen, wie schlau Ihre Katze ist und wie viel sie sich merken kann, um an das Leckerchen zu gelangen.

Apportieren und Wurfspiele

Glauben Sie, dass nur Hunde apportieren können? Es gibt tatsächlich die ein oder andere Katze, die gerne Bällchen und anderem Spielzeug hinterherläuft und es manchmal sogar zurückbringt. Natürlich sind die meisten Katzen in der Regel viel eigensinniger als Hunde und bringen das Spielzeug nicht immer so zuverlässig jedes Mal zurück. Mit ein wenig Geduld und Leckerlis kann man ihnen aber dennoch ganz gut beibringen, dass sie das geworfene Spielzeug apportieren. Dazu kann man zum Beispiel anfangs probieren, ein Leckerli wenige Meter von sich zu schmeißen, gegebenenfalls in Kombination mit einem Spielzeug. Die Katze wird schnell verstehen, dass sie Leckerlis bekommt, wenn sie dem Spielzeug hinterherläuft und es sogar wiederbringt. Für Ihre Katze bedeutet das insgesamt wieder eine spannende Kombination aus körperlicher sowie geistiger Ertüchtigung. Das wird sie von anderem Schabernack ablenken.

Der Laserpointer und andere Lichtspiele

Dass Katzen den Laserpointer lieben, ist für viele kein Geheimnis. Der rote oder grüne Lichtstrahl übt auf die meisten Samtfoten eine große Faszination aus. Viele Katzen schwingen sich bei der Jagd nach dem Licht zu echten körperlichen Höchstleistungen auf. So wild das Spiel jedoch auch sein mag, so wichtig ist es auch, dass kein Strahl jemals im Auge der Katze landet. Im schlimmsten Fall könnte das Auge sonst durch die starke Lichteinstrahlung sogar erblinden. Aus diesem Grund sollte der Laserpointer unbedingt mit äußerster Vorsicht angewendet werden.

Clickertraining

Wenn Sie bisher gedacht haben, dass nur ein Hund Tricks erlernen kann, dann haben Sie sich definitiv getäuscht. Auch Katzen lieben es, neue Tricks zu erlernen. Besonders gut geht das in Kombination mit dem Clicker. Dafür müssen Sie als Erstes die Katze an den Clicker gewöhnen. Das geht am besten mit einer großen Menge Leckerlis. Lösen Sie zunächst das Klicken des Clickers aus und geben Sie Ihrer Katze direkt im Anschluss daran ein Leckerchen. Führen Sie dieses Prozedere mehrmals hintereinander durch. Ihre Katze wird so das Clickergeräusch positiv verknüpfen. Es suggeriert der Katze binnen Sekunden, dass sie etwas gut gemacht hat. Training für Tricks und kleinere Kunststücke wird so viel einfacher.
Clickertraining mit der Katze erfordert gegebenenfalls ein wenig mehr Geduld als mit dem Hund, bringt aber nicht weniger viel Spaß. Wie Hunde können auch Katzen Kommandos wie „Sitz“ und „Platz“ und „Gib Pfote“ erlernen. Solche kleinen Trainingseinheiten fordern die Konzentrationsfähigkeit der Katze, sodass sie eher kurzgehalten werden sollten.

Katze allein zu Haus‘ - Beschäftigungsmöglichkeiten für die Katze, wenn Sie mal nicht vor Ort sind

Wenn Sie berufstätig sind oder aus anderen Gründen regelmäßig Ihr Zuhause mitsamt Katze zurücklassen müssen, stellt sich Ihnen vermutlich die Frage, wie man ihr dennoch eine abwechslungsreiche Zeit ermöglichen kann. Sorgen Sie sich nicht; es gibt viele tolle Möglichkeiten, eine Katze auch ohne Ihre Anwesenheit aktiv zu halten.

Beschäftigungsspielzeuge

Eine spannende Beschäftigung stellen die Beschäftigungsspielzeuge dar. Damit die Katze Spaß an ihnen hat, benötigt es keinen Besitzer, der das Spielzeug bewegt oder anderweitig betätigt. Lediglich eine Präparation des Spielzeugs ist in den meisten Fällen notwendig. Ganz besonders beliebt bei Katzen sind Intelligenzspielzeuge. Diese funktionieren in der Regel mit Leckerlis, die in dem Spielzeug versteckt werden. Die Katze muss dann, mit Geschick und Cleverness, versuchen, an das Leckerchen zu gelangen. So muss sich die Katze Bissen für Bissen erarbeiten, ähnlich wie in freier Wildbahn. Zu den Intelligenzspielzeugen zählen zum Beispiel Futterbälle oder sogenannte Fummelbretter. Bei den Futterbällen fallen die Leckerlis nach und nach aus den Löchern heraus, je länger die Katze mit dem Ball spielt. Bei den Fummelbrettern muss die Katze die Leckerlis aus Mulden, Ritzen und Winkeln durch ein kleines Labyrinth „herausfummeln“. Mit diesen Spielzeugen wird die Katze sich in Zeiten allein zu Hause gut beschäftigen können.

Weitere Beschäftigungsspielzeuge sind zum Beispiel hängende Spielzeuge an der Wand oder batteriebetriebene Spielzeuge, die sich jagen lassen. Dabei können die Katzen angestaute Energie ablassen und sie trainieren den gesamten Körper, ohne dass Sie selbst in die Rolle der Beute schlüpfen müssten. Spaß und Unterhaltung sind hier garantiert.

Abenteuerspielplatz in der Wohnung

Wenn Sie Ihre Katze regelmäßig allein in der Wohnung zurücklassen müssen, ist es sinnvoll, die Wohnung abwechslungsreich, ganz nach den Bedürfnissen einer Katze, zu gestalten. Dabei können Sie sich die Eigenschaften der Katze zu Nutzen machen:

  • Katzen sind naturgemäß neugierige Gesellen. Verwandeln Sie Ihre Wohnung deshalb in ein einziges, großes Intelligenzspielzeug und verstecken Sie Leckerchen an Orten, von denen die Katze immer wieder überrascht sein wird. So kann sie tagsüber auf der Jagd nach Belohnungen durch die Wohnung pirschen, während Sie in Ruhe anderen Tätigkeiten nachgehen.
  • Katzen lieben Höhlen. Errichten Sie mit etwas Fantasie ganze Tunnelsysteme, die die Katze erkunden kann. Dazu eignen sich zum Beispiel Kartons ausgezeichnet. Hier kann sie sich in Erkundungstouren stürzen, verstecken und ungesehen einen Beobachtungsposten einnehmen.
  • Katzen sind ausgezeichnete Kletterer. Stellen Sie deshalb verschiedene Klettermöglichkeiten auf, bei denen die Katze ihre Fähigkeiten erproben und verbessern kann. Besonders beliebt sind kleine Trittbretter, die Sie zum Beispiel an der Wand befestigen können. Ausgestattet mit einem weichen Fell oder Kissen, wird die Katze hier gerne die höchsten Gipfel in Ihrer Wohnung erklimmen und von dort den Überblick bewahren, bis Sie von Ihren Unternehmungen nach Hause zurückkehren.
  • Kratzbäume sind essenziell bei der Katzenhaltung. Katzen können nicht nur daran ihre Krallen wetzen, sie bieten oftmals auch eine Reihe von Beschäftigungsmöglichkeiten in Form von Spielzeugen, Tunneln und Klettervorrichtungen. Ein Kratzbaum sollte folglich in keinem Haushalt mit Katze fehlen.

Das Partnertier als Beschäftigung

Wenn Sie gerade noch in der Überlegung sind, eine Katze zu adoptieren, sollten Sie sich mit dem Gedanken auseinandersetzen, ob nicht zwei Katzen zusammen in Ihrer Wohnung ebenfalls möglich wären. Vor allem wenn sie jung adoptiert werden, lieben Katzen es mit ihrem Geschwisterchen durch die Wohnung zu tollen, sich gegenseitig zu jagen, liebevolle Kämpfe auszutragen, zu kuscheln und sich zu liebkosen. Ein Partnertier bietet in den meisten Fällen die ideale Beschäftigung für einen Stubentiger. Aus diesem Grund geben manche Tierheime inzwischen Katzen häufig nur noch zu zweit in die liebevollen Hände ihres neuen Besitzers.
Aber Obacht: Je älter eine Katze wird, desto schwerer fällt es ihr, sich an einen neuen Mitbewohner zu gewöhnen. Es lohnt sich also, bereits vor Anschaffung einer Katze zu entscheiden, ob es eine oder zwei werden sollen, um langen Gewöhnungsphasen vorzubeugen.

Insgesamt gibt es für Katzen zahlreiche Beschäftigungsmöglichkeiten, die sich sowohl mit als auch ohne Besitzer recht einfach umsetzen lassen. Mit ein wenig Ideenreichtum, Spaß am Spiel und Kreativität lassen sich oft auch mit ganz einfachen Mitteln tolle Spiele kreieren, die Ihre Katze lieben wird.


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