Vorsicht Wildwechsel: Wie verhalt ich mich bei einem Wildunfall?

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Verkehrsschild Wildwechsel am Straßenrand
© GoranH/pixabay.com

Mit dem Herbst wird es nicht nur kälter, sondern auch immer früher dunkel. Dadurch werden Wildtiere aktiver und das Unfallrisiko steigt. Doch wie muss ich mich bei einem Wildunfall verhalten und wer zahlt den Schaden?



Ein Wildunfall ist schnell passiert. Wenn zum Beispiel ein Reh in der letzten Sekunde vor das Auto hüpft, hat man wenig Chancen, einen Unfall zu verhindern. Im besten Fall entsteht nur ein Schaden am Auto. Allerdings kommt es häufig auch zu Verletzungen an Tier und Mensch.

Was ist ein Wildunfall?

Was sich zuerst wie eine banale Frage anhört, ist auf den zweiten Blick doch nicht jedem klar. Ein Verkehrsunfall im Zusammenhang mit Haarwild wird als Wildunfall bezeichnet. Zum Haarwild gehören zum Beispiel:

  • Rehe,
  • Hirsche,
  • Wildschweine,
  • Füchse,
  • Hasen,
  • Dachse,
  • Murmeltiere,
  • Luchse etc.

Nutztiere, Federwild (Vögel, die dem Jagdrecht unterliegen wie z.B. Fasan, Rebhuhn, Wildenten etc.) und Haustiere zählen nicht als Wildunfall.

Wildunfall vermeiden

So plötzlich ein Wildunfall auch passieren kann, durch gewisse Richtlinien kann man das Unfallrisiko verringern. Wildtiere sind vor allem in der Abend- und Morgendämmerung aktiv. Wenn es sich vermeiden lässt, solltest du zu den Zeiten also nicht fahren. Allerdings ist das in der heutigen Berufswelt kaum umsetzbar. Daher solltest du in der Dämmerung deinen Fahrstil anpassen. Fahre besonders achtsam und nicht zu schnell, halte außerdem genügend Abstand zu deinem Vordermann. Achte auf entsprechende Verkehrsschilder, die vermehrten Wildwechsel kennzeichnen.

Wenn du Wild am Straßenrand bemerkst, verringere deine Geschwindigkeit und sei stets bremsbereit. Schalte nicht das Fernlicht an, da es das Tier blendet und orientierungslos macht. Stattdessen sollte das Abblendlicht angeschaltet werden. Wenn sich das Tier auf der Straße befindet und sich nicht vom Fleck bewegt, hilft hupen, um es zu vertrieben.

Tipp:Herdentiere

Nur weil ein Tier sicher die Straße gekreuzt hat, heißt das noch nicht, dass du wieder aufatmen kannst. Die meisten Tiere, vor allem Rehe, sind in Gruppen unterwegs. Fahre also weiterhin langsam und bremsbereit und halte nach Artgenossen Ausschau.

Das richtige Verhalten nach einem Wildunfall

Manchmal lässt sich ein Wildunfall einfach nicht mehr verhindern. Für so einen Fall ist es wichtig, ein paar Tipps im Vorhinein parat zu haben, um die Situation so gut wie möglich unter Kontrolle zu haben und andere Verkehrsteilnehmer nicht zu gefährden.

Wenn du weißt, dass ein Zusammenstoß unausweichlich ist, halte das Lenkrad gut fest, bremse kontrolliert und unterdrücke den Reflex zum Ausweichen. Beim panischen Ausweichen können größere Schäden entstehen, zum Beispiel durch eine Kollision mit dem Gegenverkehr. Außerdem verlierst du in der Regel so deinen Anspruch bei der Teilkasko-Versicherung.

Halte nach einem Wildunfall immer an und befolge folgende Schritte:

  • Sichere die Unfallstelle: Schalte die Warnblinker an, trage eine Warnweste und stelle das Warndreieck innerorts 50 und außerorts 100 Meter hinter deinem Auto auf.
  • Melde den Wildunfall der Polizei und den verantwortlichen Jagdpächter oder Wildhüter, die Nummer gibt dir gegebenenfalls die Polizei. Wenn du den Unfall nicht meldest, hast du keinen Anspruch bei deiner Versicherung. Außerdem begehst du Fahrerflucht, wenn du ein verletztes Tier ohne Meldung einfach zurücklässt.
  • Warte auf die Polizei und den Jäger, um den Unfall zu protokollieren. Mache Fotos vom verursachten Schaden und von Beweisen wie Haarresten und Blut.
  • Lass dir am bestem vom Jäger eine Wildunfallbescheinigung ausstellen, die kannst du bei deiner Versicherung einreichen, um den Unfall zu belegen.Berühre nicht das verletzte Tier! Es ist vermutlich sehr panisch und könnte dich oder sich selbst durch hektische Bewegungen noch mehr verletzten.
  • Verlasse die Unfallstelle erst, wenn es die Polizei erlaubt.

Wer zahlt für Schäden?

Für Schäden am eigenen Auto kommt nicht die Haftpflichtversicherung auf, sondern die Kaskoversicherung. Hier unterscheidet man in Teilkasko- und Vollkaskoversicherung.

Damit die Teilkaskoversicherung greift, muss bewiesen werden, dass der Unfall durch Haarwild verursacht worden ist. Hierbei hilf eine Wildunfallbescheinigung, Fotos und schriftliche Zeugenaussagen (z.B. vom Beifahrer). Außerdem muss das Auto zum Unfallzeitpunkt in Bewegung gewesen sein. Parkende Autos, die von Wild gerammt werden, zählen nicht. Zusätzlich muss das Tier vor dem Zusammenstoß lebendig gewesen sein, um Schadensersatz zu bekommen.

Die Vollkaskoversicherung bietet den besten Versicherungsschutz. Hier werden auch Schäden übernommen, die selbst verschuldet sind, wie z.B. durch Ausweichmanöver. Auch die Nachweispflicht durch eine Wildunfallbescheinigung, Fotos oder Ähnliches fällt weg. Allerdings ist die Vollkaskoversicherung teurer.

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